Österreich, Leoben – 16.07. – 18.07.2026
Wieder einmal war es so weit. Das Area 53 Festival öffnete am 16.07.2026 im beschaulichen Leoben in der wunderschönen Steiermark seine Tore. Auch dieses Jahr war wieder ein grandioses Line Up, wobei zwei Bands davon wirklich überraschend waren. Saxon, die 2025 kurzfristig absagen mussten, durften dann dieses Jahr endlich die Bühne auf dem Festival entern. Aber In Flames zusammen mit Arch Enemy, da war klar, es kommen viele Besucher nur wegen den beiden Bands.

Donnerstag:
Pünktlich um 12:30 Uhr eröffnete die Band Patriarcha, die sehr düsteren Blackened Death Metal aus der Slowakei spielt. Die Band riss die Meute sofort mit und erwies sich als echter Geheimtipp. Den Sänger kennt man zudem von seinem YouTube-Kanal Cikindeles. So gab es 30 Minuten kompromisslosen Metal auf die Ohren.
Als Nächstes folgte die Hard-Rock-Band Igel vs. Shark aus Österreich. Mit ihrem rund 30-minütigen Set sorgte die Band von Beginn an für beste Stimmung und brachte das Publikum ordentlich in Bewegung. Eingängige Riffs, eine energiegeladene Bühnenpräsenz und mitreißende Songs machten den Auftritt zu einem echten Stimmungsgaranten. Die sympathischen Österreicher wussten auf ganzer Linie zu überzeugen und hinterließen einen durchweg positiven Eindruck.
Danach betrat die Mainzer Black-Metal-Band Agathodaimon die Bühne und sorgte trotz des strahlenden Sonnenscheins für eine angenehm düstere Atmosphäre. Die Band präsentierte eine abwechslungsreiche Setlist, die sowohl langjährige Fans als auch neuere Hörer ansprach. Von älteren Klassikern bis hin zu Songs der aktuellen Veröffentlichungen war alles vertreten. Mit ihrer souveränen Performance, druckvollem Sound und einer intensiven Bühnenpräsenz bewiesen Agathodaimon einmal mehr, warum sie seit vielen Jahren einen festen Platz in der deutschen Black-Metal-Szene haben.
Als Nächstes standen Firewind auf der Bühne und lieferten eine überzeugende Power-Metal-Show ab. Mit ihrem kraftvollen Sound und einer gelungenen Mischung aus alten Klassikern und neueren Songs begeisterte die Band das Publikum. Besonders Gitarrist Gus G. zeigte sich in Bestform: Mit seinen virtuosen Soli und seiner sichtbaren Spielfreude zog er die Blicke immer wieder auf sich und hatte sichtlich Spaß an der Performance. Auch der wieder in der Band eingesetzte Sänger Henning Basse machte einen starken Auftritt. Die abwechslungsreiche Setlist und die energiegeladene Darbietung machten den Auftritt zu einem der Highlights des Nachmittags.
Im Anschluss betraten Hiraes die Bühne. Die Band um Frontfrau Britta Görtz überzeugte mit einem stark zusammengestellten Set aus acht Songs und zeigte eine rundum solide Death-Metal-Performance. Für besondere Stimmung sorgte Britta beim Song „We Owe No One“, als sie sich mitten in den Circle Pit begab, dort weiter performte und das Publikum vollends mitriss.
Danach betraten Visions of Atlantis die Bühne. Mit einer energiegeladenen Performance brachten sie die Menge schnell auf Betriebstemperatur. Die Setlist war abwechslungsreich zusammengestellt, und die spürbare Spielfreude der Band übertrug sich direkt auf das Publikum.
Als vorletzter Act des Abends betraten Cavalera die Bühne, um das legendäre Album Chaos A.D. in voller Länge zu spielen. Max und sein Bruder Igor zeigten sich in Höchstform und wurden von ihren Live-Musikern bestens unterstützt. Die Menge erwies sich als textsicher und feierte die Klassiker ausgelassen mit
Als letzter Act und Headliner des Abends betraten schließlich Saxon die Bühne. Sie feierten mit dem Publikum ein starkes Set aus brandneuen Songs und zeitlosen Klassikern. Für ein besonderes Highlight sorgten die Fans, die ihre Metalkutten auf die Bühne warfen – die Band zog sie kurzerhand an und bewies damit ordentlich Humor und Fannähe. Die Spielfreude war der Truppe in jeder Sekunde anzumerken

Freitag:
Bevor wir in den zweiten Tag starteten, gab es im laue des ersten Tages doch die ein oder andre Neuerung auf dem Gelände zu entdecken. Von der Jägermeister Brücke bis hin zum großen Biergarten, neuen, bzw. mehreren Toiletten Anlagen und dem kleinen Badebereich an der Mur, ist das Festival von Jahr zu Jahr noch besser auf alles vorbereitet. Auch einen Meteorologen gab es vor Ort, der das Wetter immer im Blick hatte zum Schutz aller.
Den Auftakt des zweiten Tages machten The Devastation. Die jungen Newcomer im Alter von 14 bis 17 Jahren lieferten einen rundum gelungenen Einstand ab. Schon vor Beginn sah man einige Fans der Band, obwohl es erst der 15. Auftritt überhaupt war. Anfangs noch ziemlich nervös, aber nach ein paar Songs hatte die junge Band echt Spaß und rockte die Bühne.
Im Anschluss betraten All Will Know die Bühne. Auch in neuer Besetzung zeigte sich die Band in Spielfreude, überzeugte auf ganzer Linie und sorgte für großartige Stimmung im Infield, auch wenn dort noch eher weniger los war im Gegensatz zum Vortag. Klassiker wie „Losing The Anchor“ waren den Fans vor Ort bekannt, denn die Jungs aus Darmstadt waren schon öfters zu Gast.
Danach folgten Temptations for the Weak die Antwerper Metalcore Band wusste zu überzeugen -das Publikum feierte trotz Regen und starkem Wind mit. Aber währenddessen waren die Veranstalter, Crew und Meteorologe am Start und hatten alles im Griff.
Im Anschluss übernahmen Kontrust das Kommando auf der Bühne. Die Formation aus Österreich überzeugte mit einer mitreißenden Crossover-Performance und bewies einmal mehr ihre Qualitäten als absolute Live-Garanten. Mit ihrer gewohnt verrückten Bühnenshow sorgten sie für beste Stimmung auf dem gesamten Gelände.
Im Anschluss übernahmen Voivod das Ruder. Die Band um ihren Sänger zeigte sich in absoluter Spielfreude und heizte der Menge ordentlich ein. Das Set bot eine vielseitige Mischung durch die Bandgeschichte und lieferte genau das abgedrehte Sci-Fi-Metal, für den die Fans die Truppe seit Jahrzehnten feiern.
Im Anschluss übernahmen Self Deception das Infield. Die schwedische Modern-Rock-Formation überzeugte auf ganzer Linie und untermalte ihre mitreißenden Songs mit einer spektakulären Pyro- und Feuershow. Die spürbare Begeisterung der Band übertrug sich direkt auf das Publikum, das die Schweden feierte und ordentlich in Bewegung geriet.
Im Anschluss übernahmen Dirkschneider das Kommando. Udo Dirkschneider und seine Truppe feierten gemeinsam mit den Fans das Jubiläum des meisterhaften Accept-Albums Balls to the Wall. Die Band zeigte sich in absoluter Höchstform und heizte der Menge gehörig ein. Das Publikum nahm die Steilvorlage dankbar an, stimmte lautstark in die Hymnen ein und machte den Auftritt zu einem echten Fest für jeden Heavy-Metal-Fan.
Den krönenden Schlusspunkt setzten schließlich Arch Enemy als Headliner. Erstmals in Europa stand dabei die neue Frontfrau Lauren Hart am Mikrofon: Sie wirkte zu Beginn zwar noch etwas zurückhaltend, lieferte die alten Bandklassiker aber bereits mit enormer Stimmgewalt ab. Selbst eine ungeplante technische Pause nach dem zweiten Song – die nach rund 20 Minuten geduldig gelöst wurde – konnte die Stimmung nicht trüben. Auch die durch den Ausfall weggelassene Pyrotechnik konnte verkraftet werden – die Stimmung war eh schon von Beginn an auf Höchsttemperatur. Spätestens bei absoluten Granaten wie „My Apocalypse“ und „Nemesis“ gab es im Publikum kein Halten mehr und die Schweden feierten einen rundum gelungenen Festivalabschluss. Wie gewohnt gab es am Ende wieder große rote und schwarze Luftballons, die die letzten Kraftreserven der Fans raubten – kein Wunder bei der Party.

Samstag
Den letzten Festival Tag begannen wir mit Never Obey Again die Italiener heizten der Menge gut ein. Trotz der frühen Stunde legte die Band von der ersten Minute an ordentlich los, versprühte jede Menge Energie und heizte dem Publikum vor der Bühne mächtig ein. Ein durchweg gelungener Einstand, der müde Knochen sofort munter machte und perfekt auf den Finaltag einstimmte!
Als Nächstes stürmten Brutal Sphincter die Bühne. Die Belgier fackelten nicht lange und lieferten eine gewaltige, augenzwinkernde Slam-Death-Metal-Show ab. Mit ihren typisch humorvollen Ansagen brachten sie die Menge schnell in Bewegung und forderten zielsicher zum Circle Pit auf – eine Aufforderung, die vom Publikum im Infield sofort mit ordentlich Staubwirbel belohnt wurde!
Im Anschluss übernahmen Vinegar Hill das Infield. Wenn man sich zum Intro zufällig umgedreht hatte, sah man au der gesamten Burgmauer Anlage Leute mit Rauchfackeln, die die Show cool untermalen sollten, leider sah man davon eher wenig.
Aber als gewohnte Heimspiel-Favoriten zeigte die Band eine rundum gelungene Show. Mit einem starken Set aus liebgewonnenen Klassikern und einer optisch eindrucksvollen Pyro- und Feuershow bewiesen sie einmal mehr ihre Qualitäten als fantastischer Live-Act. Um den Auftritt noch schöner zu machen, war Gastsängerin Corrie mit am Start und performte zusammen mit den Jungs.
Danach übernahmen Ad Infinitum die Bühne. Die Band rund um Ausnahmesängerin Melissa Bonny fackelte nicht lange und heizte dem Publikum ordentlich ein. Mit ihrer enormen Bühnenpräsenz, kraftvollen Vocals und mitreißendem Symponic Metal brachten sie die Menge vor der Bühne im Handumdrehen zum Feiern!
Man ahnte es schon…die Schotten kommen mit einer gewaltigen Power. Die Power heißt Bleed from Within – sie brachten das Infield vollends zum Kochen. Frontmann Scott Kennedy gieß noch einmal zusätzlich Öl ins Feuer und forderte die Menge mehrfach zu einer gewaltigen Wall of Death auf. Beim zweiten Anlauf ließ sich das Publikum nicht mehr zweimal bitten: Die Menge teilte sich, und im nächsten Moment entlud sich die Energie in einer massiven Wall of Death samt riesigem Circle Pit! Abgerundet wurde die schweißtreibende Show durch eine stark und bunt gemischte Setlist, die keine Wünsche offenließ.
Danach übernahmen Pain die Bühne und verwandelten das Infield auf der Stelle in eine riesige Tanzfläche. Die Band rund um Mastermind Peter Tägtgren bewies vollen Einsatz und sorgte für ausgelassene Party-Stimmung im Publikum. Mit einer prall gefüllten Setlist voller unvergesslicher Industrialklassiker und Ohrwürmer lieferten sie eine rundum mitreißende Show ab!
Den feierlichen Schlusspunkt des Festivals setzten In Flames. Die schwedischen Melodic-Death-Pioniere boten ihren Fans eine gewaltige Best-of-Performance. Die sichtbare Begeisterung der Formation um Frontmann Anders Fridén und Gitarrist Björn Gelotte übertrug sich sofort auf das gesamte Gelände. Auch Neuzugang Jon Rice am Schlagzeug fügte sich nahtlos ins Bandgefüge ein. Mit unsterblichen Hymnen wie The Quiet Place und Take This Life verabschiedete sich die Band gebührend von einem begeisterten Publikum.

Wieder einmal war es ein absolut tolles, klasse organisiertes und schönes Festival in der Steiermark.
Hier gibt es jetzt noch jede Menge Impressionen – Zur Galerie:
Bericht geschrieben von Daniel Selke & Simon Wanger
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