Wenn drei schwedische Metal-Bands gemeinsam auf Tour gehen, darf man Einiges erwarten. Bei der The Allfather Awakens Tour standen am 16. Oktober 2026 Soilwork, Orbit Culture und als Headliner Amon Amarth auf dem Programm. Die Hanns-Martin-Schleyer-Halle wurde somit zum Walhalla von 8000 Metal-Fans.

Pünktlich um 18:30 Uhr standen die Jungs von Soilwork auf der Bühne. Wenig Aufbau keine Show, sondern einfach die Musik in den Vordergrund stellen. Neben neueren Songs, gab es auch alte Klassiker, wie „Stabbing The Drama“. Die Besucher brauchten allerdings ein wenig um warm zu werden; Dies änderte sich aber bei der nächsten Band.

So übernahmen Orbit Culture die Bühne. Die Schweden gingen ohne große Umwege zur Sache und präsentierten ein kompaktes Set, das vor allem von wuchtigen Gitarren, modernen Death-Metal-Einflüssen und ordentlich Groove lebte.
Schon nach kurzer Zeit war Bewegung vor der Bühne zu sehen. Neben zahlreichen nickenden Köpfen bildeten sich immer wieder Circle Pits, in denen die Fans Runde um Runde drehten. Die Band selbst wirkte dabei konzentriert und spielfreudig und nutzte ihre begrenzte Spielzeit gut aus.

Gerade die Mischung aus Härte und eingängigen Melodien funktionierte live ausgesprochen gut. Songs wie „Redfog“, „Alienated“ oder „Vultures of North“ sorgten für ordentlich Druck und zeigten, warum Orbit Culture mittlerweile deutlich über den Status eines Geheimtipps hinausgewachsen sind.
Einziger kleiner Wermutstropfen war die Lichtshow. Diese fiel wie auch schon bei Soilwork über weite Strecken sehr einfarbig und dunkel aus und ließ dadurch etwas Abwechslung vermissen. Für die Stimmung vor der Bühne spielte das allerdings kaum eine Rolle. Dort wurde getanzt, gemosht und vor allem ordentlich gekreist.
Nach einer etwa halbstündigen Umbaupause wurde es schließlich dunkel in der Halle. Mit „Gjallarhorn“ eröffneten Amon Amarth ihr Set und machten sofort deutlich, dass nun der Headliner des Abends auf der Bühne stand.
Das Bühnenbild passte zum Konzept der Tour: groß, nordisch und bewusst auf Atmosphäre ausgelegt. Dazu kamen die bekannten Elemente einer Amon-Amarth-Show, ohne dass die Band dabei ihre Musik aus den Augen verlor.

Mit „War of the Gods“ ging die Show los, gefolgt von „Death in Fire“ und „Free Will Sacrifice“ – gleich mehrere ältere Fan-Favoriten. Gleichzeitig bekam aber auch das aktuelle Material von gerade erschienenen Album „The Allfather Awakens“ ausreichend Platz im Set. Der Titektrack, „Upphaf“ und „We Rule the Waves“ fügten sich dabei problemlos zwischen die älteren Stücke ein.
Vor der Bühne wurde durchgehend mitgemacht, Köpfe gingen im Takt nach unten und wieder nach oben, während immer wieder Hände und Pommesgabeln in die Luft schossen. Einer der stimmungsvollsten Momente des Abends war „Raise Your Horns“.
Wer schon einmal bei einer Show der Schweden war, wusste direkt was ebenfalls Teil der Show sein würde: Frontmann Johan Hegg forderte die Halle zum Rudern auf und die Fans ruderten fleißig sitzend mit. Natürlich bei dem Song „Put Your Back Into The Oar“.
Mit „Guardians of Asgaard“ war wieder ein Klassiker mit im Set, der von den Fans Lauthalt mitgesungen wurde. Aber auch die ruhigen Töne wurden mit dem neuen Song „Upphaf“ eingeläutet. Kompletter Kontrast, denn Sänger der Band in Alltagskleidung sitzend, ebenfalls seine Bandkollegen sitzend mit Akustik Instrumenten „bewaffnet“ spielten den Song in mystischer Atmosphäre.
Zum Ende hin ließ die Band dann wenig anbrennen. „Saxons and Vikings“ leitete das Finale ein, bevor mit „Twilight of the Thunder God“ der obligatorische große Abschluss folgte.
Bericht geschrieben von Simon Wanger/Daniel Selke
Die Setlist von Amon Amarth
1. Gjallarhorn
2. War of the Gods
3. Death in Fire
4. Free Will Sacrifice
5. Deceiver of the Gods
6. The Allfather Awakes
7. Hermod’s Ride to Hel – Lokes Treachery, Part 1
8. Put Your Back Into the Oar
9. We Rule the Waves
10. One Thousand Burning Arrows
11. Upphaf
12. Guardians of Asgaard
13. Shield Wall
14. Eight Legs of Thunder
15. Raise Your Horns
16. For Victory or Death
17. The Way of Vikings
18. Saxons and Vikings
19. Twilight of the Thunder God
Die Setlist entspricht dem Tour-Set, das auch beim folgenden Konzert in Frankfurt gespielt wurde. „Setlist.fm – Amon Amarth, Frankfurt 2026“.
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